Bildsprache und Medienbilder: Die visuelle Darstellungslogik by Claudia Maria Wolf

By Claudia Maria Wolf

Glaubt guy Norbert Bolz, so ist der Mensch von Natur aus süchtig nach Bildern. Der Grund dafür liegt laut Bolz darin, daß das nicht-instinktsichere Lebewesen Mensch für sein Überleben auf die Hemmbarkeit seiner Bedürfnisse angewiesen ist. Und in dieser durch die fehlende Instinktgetriebenheit in uns Menschen eingeschriebenen Entkopp- 1 lung von Antrieb und spontaner Handlung liege unsere natürliche Nähe zu Bildern. Auch Hans Jonas betont, daß Bildproduktion als rein menschliche Qualität zu sehen sei, denn kein »bloßes Tier« würde von sich aus ein Bild hervorbringen. Biologisch - sehen sei bloße Repräsentation nämlich nutzlos, da die Darstellung von etwas weder für die Verfolgung vitaler Zwecke wie Ernährung, Fortpflanzung, Versteck oder Üb- winterung Gewinn einbringe, noch die Umwelt oder den Zustand des Organismus selbst verändere. Ein „bildmachendes Wesen“ sei daher eines, das entweder dem Herstellen nutzloser Dinge fröne, Zwecke außerhalb der biologischen habe oder letztere noch auf andere artwork verfolgen könne als durch die rein instrumentelle Verwendung von Dingen – 2 durchwegs Eigenschaften, die ausschließlich dem Menschen zukommen. Doch nicht nur die Fähigkeit, Bilder hervorzubringen, ist eine rein menschliche Q- lität. Dem Tier sei es im Gegensatz zum Menschen nicht einmal möglich, zwischen Bi- träger und Bild zu unterscheiden, so Ferdinand Fellmann. Denn Tiere würden ihre vi- ellen Erlebnisse immer direkt auf ihre gegenwärtigen Bedürfnisse beziehen.

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Brosius/Esser 1998:351) Thymian Bussemer greift die Kritik von Brosius und Esser auf und unternimmt unter dem Titel Gesucht und gefunden: Das StimulusResponse-Modell in der Wirkungsforschung eine eingehende Sichtung von frühen Arbeiten zur Medienwirkung. Bussemer differenziert das Paradigma „Stimulus-Response“ und attestiert ihm einen „rationalen Kern“, sieht das Modell aber als wissenschaftstheoretisch überholt. Doch trotz seiner Unzulänglichkeiten erfreue sich das Modell immer noch einer gewissen Beliebtheit in Fach- und Laienöffentlichkeiten.

In ihren Ausgangsthesen stützt sich die Arbeit auf relativ allgemeine Befunde der Medienforschung, die innerhalb der Disziplin als weitgehend anerkannt gelten und die kurz vorgestellt werden. Daß sich diese Wissensbestände teilweise nur auf einzelne Untersuchungen stützen können, muß dabei in Kauf genommen werden. Ohne direkt durch die Methoden des Experiments, der Befragung oder der Beobachtung die Effekte von Medieninhalten auf Rezipienten zu untersuchen, kann sich die vorliegende Arbeit im zuvor beschriebenen Sinne als Beitrag zur Medienwirkungsforschung verstehen: Ziel der Arbeit ist es, zu analysieren, in welcher Art und Weise und in welcher Absicht politische Nachrichtenmagazine visuell gestaltet werden, und dies unter Berücksichtigung der Frage, welche Effekte die verschiedenen Darstellungsweisen möglicherweise auf die Politikwahrnehmung der Rezipienten haben können.

Das Framing-Konzept in der Untersuchung von visueller Politikvermittlung Wie Winfried Schulz formuliert, sind Ereignisse in der natürlichen Umwelt nicht „roh“ vorfindbar. 39 Es muß somit für die mediale Wiedergabe von Ereignissen darüber entschieden werden, wie über diese berichtet werden soll. Das Ergebnis der Entscheidung, in welcher Art und Weise die Wiedergabe erfolgen soll, wird in der Medienforschung allgemein mit dem Begriff Framing benannt. Unmittelbar einleuchtend erscheint, daß die Entscheidung darüber, wie über ein Ereignis berichtet wird, in ihrer Realisierung einen Einfluß darauf hat, wie die kommunizierte Information von ihren Rezipienten verstanden, zugeordnet und interpretiert wird.

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