Bildungsfinanzierung in Deutschland by Frieder Wolf

By Frieder Wolf

Über wenige Aspekte der Bildungspolitik besteht in der öffentlichen Diskussion so große Einigkeit wie über die schlichte Notwendigkeit zusätzlicher finanzieller Mittel für die Schulen und Hochschulen.
Während mannigfaltige Vorschläge zu ihrer Herkunft und Verwendung existieren - guy streitet leidenschaftlich über die Verteilung der Felle verschiedener Bären, die noch lange nicht erlegt oder auch nur gesichtet worden sind - hat guy sich bislang jedoch kaum systematisch mit den Ursachen der bislang so offenbar unzureichenden Bildungsausgaben beschäftigt. Aber warum stehen wir eigentlich, wo wir stehen? Welche Rolle spielen die Wirtschaftskraft und der Anteil von Kindern und Jugendlichen an der Bevölkerung, wie wirken sich unser Institutionensystem und die Sozialpolitik aus, und welchen Einfluss haben Parteien und Verbände? Die Antworten auf diese Fragen sollten Grundlage für alle weiteren bildungspolitischen Reformdiskussionen sein, und zu ihnen beizutragen ist der Hauptzweck dieses Buches. Darauf aufbauend skizziert es zudem Szenarien, wie höhere Bildungsinvestitionen in Deutschland realistischerweise zu erreichen sind.

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Wolfgang Jäger Udo Kempf hat eine großartige Bilanz als Hochschullehrer und Wissenschaftler vorzuweisen. Dies zeigt sich nicht zuletzt darin, dass er nicht nur eine Professur an der Pädagogischen Hochschule wahrnimmt, sondern auch an der Universität gefragt ist. Jahrzehntelang conflict er am Seminar für Wissenschaftliche Politik ein beliebter Dozent.

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A. dank seiner Sprachangebote für den asiatischen Markt, einer der wichtigsten Exporteure von Bildungsdienstleistungen, die rund 13% der neuseeländischen Exporterlöse ausmachen (vgl. Martens/Starke 2006: 9). Der Wachstumsschub, den das Privatschulwesen in Deutschland in den jüngsten Jahren erlebt – Goddar (2007: 13) zufolge werden jährlich 100 neue Privatschulen gegründet75 – wirkt sich angesichts der weitgehenden öffentlichen Finanzierung der Privatschulen hierzulande nur geringfügig auf die Höhe der privaten Bildungsausgaben aus.

Die größten Abweichungen nach unten vom Erwartungswert sind für Griechenland, Irland und die Schweiz zu verzeichnen. 9 erläutert, von der OECD-Statistik nicht erfasst werden. Hier ist also weniger die Prognose des Modells problematisch als die Messung der tatsächlichen Ausgaben. 73 Trotz der niedrigen Staatsquote von jeweils etwa 30% – in Irland zeichnet dafür vor allem das rasante Wirtschaftswachstum der vergangenen Dekade74 verantwortlich, in der Schweiz die 73 Schließt man beide Länder aus dem Modell aus, fällt der negative Effekt der Staatsquote auf die privaten Bildungsausgaben im verbleibenden Sample um mehr als 30% stärker aus.

Daraus kann (zumindest vorläufig) geschlossen werden, dass die Staatsverschuldung vor allem oberhalb einer kritischen Grenze von etwa 100% des BIP für die Bildungsausgaben kritisch ist. Einen ähnlichen Befund erbringt im Übrigen der Bundesländervergleich, wo das ruinös verschuldete Berlin für den negativen Effekt der öffentlichen Schulden auf die öffentliche Bildungsfinanzierung alleinverantwortlich ist (vgl. Wolf 2006a: 218). Abbildung 22: Streudiagramm öffentliche Bildungsausgabenquote und Staatsverschuldung Quelle: Eigene Darstellung auf der Basis von Daten der OECD (für Details siehe Anhang 1) Die Kreditfinanzierung öffentlicher Haushalte wirkt sich ebenfalls auch schon kurzfristig negativ auf die Bildungsausgaben aus (siehe Abbildung 2354 und Model 36 in Anhang 3).

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