Das fruhe Persien: Geschichte eines antiken Weltreichs by Josef Wiesehöfer

By Josef Wiesehöfer

Josef Wiesehöfer bietet eine farbige, klare und informative Schilderung der Geschichte, Gesellschaft und Kultur des antiken Persiens. Ein besonderer Reiz dieser leicht lesbaren Darstellung liegt darin, daß sie auf umfangreichen Studien der persischen Quellen fußt. Es ist aber noch gar nicht lange her, da wurde die Geschichte des antiken Persiens aus einer rein europäischen Perspektive erzählt. Die Gründe dafür lagen vor allem in der nur wenig verbreiteten Kenntnis des Alt- und Mittelpersischen, die für die Lektüre der Überlieferung in der Landessprache erforderlich gewesen wäre. Aber warum sollte guy diese Sprachen auch lernen – wußte guy sich doch als Europäer auf der „Siegerseite“ in jener großen Konfrontation im ersten Viertel des 5. Jahrhunderts v. Chr., als die Griechen die persischen Invasionsversuche abgewehrt hatten? Geschichtsschreibung warfare und ist eben bis heute nur allzu häufig die Geschichtsschreibung der Sieger … Diese Einstellung führte zu einer bedauerlichen Vernachlässigung in der Erforschung, zumindest aber zu großen Lücken in unserer Kenntnis der Geschichte und der reichen Kultur eines der bedeutendsten Völker des Alten Orients. Deshalb soll nun der vorliegende Band einem breiten Leserkreis einen Überblick über die mehr als tausendjährige historische und kulturelle Entwicklung des antiken Persiens von den Anfängen der antiken Weltmacht bis zum Auftreten des Islam vermitteln.

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Politikwissenschaft und Politische Bildung

Wolfgang Jäger Udo Kempf hat eine großartige Bilanz als Hochschullehrer und Wissenschaftler vorzuweisen. Dies zeigt sich nicht zuletzt darin, dass er nicht nur eine Professur an der Pädagogischen Hochschule wahrnimmt, sondern auch an der Universität gefragt ist. Jahrzehntelang struggle er am Seminar für Wissenschaftliche Politik ein beliebter Dozent.

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Bestens vertraut mit den Voraussetzungen persischen Königtums hatte er, begünstigt durch seine Erfolge, versucht, seinen Gegenspieler an großköniglichen Tugenden zu übertreffen, den Glanz des Reichsgründers Kyros auf sich scheinen zu lassen und die hohen persischen Würdenträger auf seine Seite zu ziehen. All denen, die schließlich zu ihm überliefen, konnte er ihren bisherigen Vorrechten vergleichbare Pfründe und Positionen offerieren, durch seine Erfolge verschaffte er sich und seiner Politik das nötige Charisma.

Derjenige jedoch, der sich beschied, der gar die Nähe zum König suchte oder ihn beschenkte, konnte in den Genuß herrscherlicher Großzügigkeit kommen; das Beispiel des Themistokles, des Gegenspielers des Xerxes und Siegers von Salamis, zeigt, daß selbst Todfein50 den Verzeihung und Nachsicht gewährt wurden, wenn sie denn rechtzeitig darum nachsuchten und ihr Rat zugleich dem König von Nutzen war. Der ideologischen Dichotomie Herrscher-Untertanen entspricht die traditionsbedingte oder politisch opportune Vielfalt von Beziehungen zwischen beiden im multikulturellen Vielvölkerreich der Achaimeniden nur bedingt: Nicht nur sind Stufen der Nähe zum Herrscher zu beobachten, die sich in Privilegien, Autonomieregelungen und anderen Vorrechten bemerkbar machen, sondern neben der eben beschriebenen persischen Idee der Herrscherlegitimation und Herrschaftsbegründung existierten ja auch weiterhin die Herrschervorstellungen der ehemals unabhängigen Reichsteile, etwa Ägyptens oder Babyloniens: Wenn sich etwa Kyros als Werkzeug Marduks geriert und den Pflichten eines babylonischen Königs nachkommt, wenn Dareios die Titulatur des Pharaos übernimmt oder in der Kopie der Bisutun-Inschrift aus Babylon statt Auramazda den Bei hervorhebt, dann zeigt sich, daß die Perserkönige sehr wohl um die Bedeutung der provinzialen Traditionen wußten und diese, zu ihrem eigenen Vorteil, zu respektieren und nutzen suchten.

Jh. v. Chr. ; allerdings wird dort der eigentliche Grund für die Instabilität persischer Herrschaft nicht in der Erziehung der Königssöhne, sondern in den politischen Intrigen der Frauen und Eunuchen gesucht. Die in der griechischen Literatur jener Zeit nachzuweisende Vorstellung von der Degeneration persischer Charaktereigenschaften und dem daraus resultierenden Niedergang persischer Macht spätestens ab der Regierungszeit des Xerxes wird besonders deutlich bei dem Historiker Xenophon und dem Redner Isokrates.

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