Die Merowinger. Europa vor Karl dem Großen by Patrick J. Geary

By Patrick J. Geary

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Politikwissenschaft und Politische Bildung

Wolfgang Jäger Udo Kempf hat eine großartige Bilanz als Hochschullehrer und Wissenschaftler vorzuweisen. Dies zeigt sich nicht zuletzt darin, dass er nicht nur eine Professur an der Pädagogischen Hochschule wahrnimmt, sondern auch an der Universität gefragt ist. Jahrzehntelang struggle er am Seminar für Wissenschaftliche Politik ein beliebter Dozent.

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Weder die Elite, der es gelungen war, sich selbst kulturell, sozial und politisch von den Institutionen des Imperiums zu lösen, noch die Masse, die in der Unterwerfung unter diese Elite Schutz vor den Ansprüchen des Imperiums suchte, hatte irgendeinen Anlaß zur Trauer darüber, daß romanisierte barbarische Königreiche an die Stelle eines barbarisierten römischen Weltreiches traten. 59 II. Die barbarische Welt bis zum 6. Jahrhundert Wachstafeln wie diejenige, auf der das Geschäft unsers germanischen Herdenbesitzers Stelus mit dem römischen Händler Gargilius Secundus verzeichnet wurde, stellten wahrscheinlich die einzigen schriftlichen Dokumente dar, mit denen er und seine barbarischen Zeitgenossen jemals in Berührung kamen.

Jahrhundert in kaum veränderter Form erhoben. Die Wirtschaft des gesamten Imperiums beruhte natürlich überwiegend, besonders im Westen, auf der Landwirtschaft. Ursprünglich war die Landarbeit außerhalb von Italien und Spanien nicht von Sklaven, sondern meistens von freien, als coloni bezeichneten Pächtern geleistet worden. Dies mag teilweise am Preis der Sklaven und ihrer relativ geringen Effizienz als Landarbeiter gelegen haben, ganz sicher aber auch daran, daß freie coloni anders als Sklaven wehrpflichtig waren und das Staatsinteresse die Aufrechterhaltung eines umfangreichen Rekrutenpotentials erforderte.

Zur Finanzierung ergriff er zwei Maßnahmen: Erstens wertete er, wie früher schon sein Vater, den Denarius ab, die Silberwährung, mit der die Truppen bezahlt wurden; innerhalb weniger Jahrzehnte führte dies zu einem vollständigen Zusammenbruch des Währungssystems. Zweitens verdoppelte er die traditionelle fünfprozentige Erbschaftssteuer, die alle römischen Bürger entrichten mußten. Darüber hinaus erhob er zur weiteren Steigerung der Steuereinnahmen alle Freien des Römischen Reiches zu römischen Bürgern.

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