Die programmatische Entwicklung der PDS: Kontinuitat und by Sebastian Prinz

By Sebastian Prinz

Von Anfang an conflict das Verhältnis von Theorie und Praxis sowohl der erkenntnistheoretische Angelpunkt als auch das politische challenge der marxistischen Theorie. Von Anfang warfare klar, dass es sich bei den beiden Begriffen um weitgehend inkompatible Kategorien handelt. So wie Denken und Handeln im realen Leben zusammengeführt werden müssen, um als Einheit wirksam werden zu können, so müssen auch Theorie und Praxis zusammengeführt werden. Erst die Einheit von Denken und Handeln konstituiert eine lebendige Biographie. In Gesellschaften, die von Ritus und Mythos getragen sind, entsteht die Einheit von Theorie und Praxis - der individuellen Biographie vergleichbar - scheinbar naturwüchsig. Die Einheit von Theorie und Praxis aber lässt sich in komplexen Gesellschaften nur als Artefakt, als soziales Konstrukt realisieren. Sie ist damit Ausdruck politischen Denkens und politischen Handelns. In modernen, von immer schnelleren Umbrüchen markierten Gesellschaften wird der soziale Wandel zur zentralen politischen Aufgabe. Das konstituiert sowohl eine begriffliche als auch eine politische, als auch schließlich eine humanitäre Aufgabe. Die Moderne muss die Produktion - eigentlich die Produkte - des Wandels immer neu und immer häufiger justieren. Woanders hat guy ein solches Tun „self-management“ genannt. Auch für den Marxismus wird daher das administration des sozialen Wandels – gelegentlich verkürzt Revolution genannt - zu ihrer zentralen Aufgabe. Das erklärt die vielfältigen und differenzierten Konzepte, auch die vielen Polemiken und Leidenschaften, die der Marxismus dazu entwickelt hat. Viele davon haben bekanntlich in den Gulag geführt.

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Wolfgang Jäger Udo Kempf hat eine großartige Bilanz als Hochschullehrer und Wissenschaftler vorzuweisen. Dies zeigt sich nicht zuletzt darin, dass er nicht nur eine Professur an der Pädagogischen Hochschule wahrnimmt, sondern auch an der Universität gefragt ist. Jahrzehntelang warfare er am Seminar für Wissenschaftliche Politik ein beliebter Dozent.

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147 Brombacher, Ellen: Zur Lage der PDS nach dem Chemnitzer Parteitag, in: Mitteilungen der KPF, Nr. 11/2003, S. 1-16 (16). 148 Vgl. Falkner, Thomas: Von der SED zur PDS, in: Deutschland Archiv, Nr. 1/1991, S. 30-51 (45). 149 Vgl. PDS: Programm und Statut. – Berlin 1990, S. 47. 150 1994 bildete sich eine Ökologische Plattform. 152 Die einzelnen Plattformen entwickelten sich in den folgenden Jahren unterschiedlich. Manche lösten sich auf oder stellten ihre Aktivitäten weitgehend ein. Kontinuierlich arbeiten heute nur noch die Kommunistische Plattform, die Ökologische Plattform und das Marxistische Forum.

Bortfeldt, Heinrich: Von der SED zur PDS. Wandlung zur Demokratie? – Berlin 1991, S. 281. 88 Vgl. Fraude, Andreas: „Reformsozialismus“ statt „Realsozialismus“? Von der SED zur PDS (Osteuropa – Politik, Wirtschaft und Kultur; Bd. 4). – Münster 1993, S. 110. 36 Orthodoxen. Auch diese Lager ihrerseits waren alles andere als monolithisch und frei von Binnenkonflikten. Ein wichtiger innerparteilicher Konflikt war der Ost-West-Gegensatz in der PDS. Dieser hatte nicht nur programmatische Ursachen. So bestand allein schon von Mentalität und Lebensweise her ein Spannungsverhältnis zwischen westdeutschen PDS-Mitgliedern und den von der Partei umworbenen alternativen Milieus in Westdeutschland einerseits und der überalterten Basis im Osten, die zu einem großen Teil aus der ehemals staatstragenden Schicht eines autoritären beziehungsweise totalitären Systems stammte, andererseits.

Fraude, Andreas: „Reformsozialismus“ statt „Realsozialismus“? Von der SED zur PDS (Osteuropa – Politik, Wirtschaft und Kultur; Bd. 4). – Münster 1993, S. 110. 36 Orthodoxen. Auch diese Lager ihrerseits waren alles andere als monolithisch und frei von Binnenkonflikten. Ein wichtiger innerparteilicher Konflikt war der Ost-West-Gegensatz in der PDS. Dieser hatte nicht nur programmatische Ursachen. So bestand allein schon von Mentalität und Lebensweise her ein Spannungsverhältnis zwischen westdeutschen PDS-Mitgliedern und den von der Partei umworbenen alternativen Milieus in Westdeutschland einerseits und der überalterten Basis im Osten, die zu einem großen Teil aus der ehemals staatstragenden Schicht eines autoritären beziehungsweise totalitären Systems stammte, andererseits.

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