Hölderlins Hymnen "Germanien" und "Der Rhein" by Martin Heidegger

By Martin Heidegger

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Der Kampf gegen uns selbst aber meint keineswegs eine neugierige, seelenzergliedernde Selbstbegaffung, auch nicht eine zerknirschte ›moralische‹ Zurechtweisung, sondern dieser Kampf gegen uns ist der arbeitende Durchgang durch das Gedicht. Denn dieses soll ja nicht in dem Sinne verschwinden, daß wir uns einen sogenannten geistigen Gehalt und Sinn des Gedichtes ausdenken, in eine ›abstrakte‹ Wahrheit zusammenziehen und dabei das Klang- und Schwingungsgefüge des Wortes wegstoßen. Im Gegenteil: Je mächtiger die Dichtung zur Macht kommt, um so bedrängender und hinreißender waltet das Sagen des Wortes.

Mit entblösstem Haupte zu stehen, Des Vaters Stral, ihn selbst, mit eigner Hand Zu fassen und dem Volk ins Lied Gehüllt die himmlische Gaabe zu reichen. Der Dichter zwingt und bannt die Blitze des Gottes ins Wort und stellt dieses blitzgeladene Wort in die Sprache seines Volkes. Der Dichter bearbeitet nicht seine seelischen Erlebnisse, sondern steht »unter Gottes Gewittern« — »mit entblösstem Haupte«, schutzlos preis- und von sich weggegeben. Dasein ist nichts anderes als die Ausgesetztheit in die Übermacht des Seyns.

Erstens ist Zeit das NieAufhören des Nacheinander des Jetzt. Zweitens ist sie das vorgängige Stehenbleiben eines umfassenden Jetzt. Jener Zeitbegriff aber faßt weder das Wesen der Zeit, noch trifft der von ihm ganz abhängige Ewigkeitsbegriff das Wesen der Ewigkeit, soweit wir das überhaupt zu denken vermögen. Vollends sind diese Vorstellungen unzureichend, um Hölderlins dichterische Erfahrung der Zeit denkerisch zu bewältigen. e) Die wesenhaft lange Zeit Für Hölderlin sind die Götter »nichts als Zeit«, und ›das Himmlische ist schnell vergänglich‹.

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